Ruhrpott-Rebellion in Wetter: Gemeinsam laut für einen starken Sozialstaat

09.07.2026 | „Es reicht!“ – Mit dieser klaren Botschaft gingen am 7. Juli in Wetter Hunderte Menschen auf die Straße. Gemeinsam machten sie deutlich, dass Sozialabbau, längere Arbeitszeiten und Kürzungen bei Rente, Pflege und sozialen Leistungen keine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit sind. Die Ruhrpott-Rebellion war ein starkes Signal für Solidarität, Gerechtigkeit und den Erhalt unseres Sozialstaats.

Quelle: Thomas Range

Mit ca. 450 Menschen aus Wetter, Hagen, Schwerte und der Region haben wir am 7. Juli ein kraftvolles Zeichen gegen den Sozialabbau gesetzt. Bei der Ruhrpott-Rebellion versammelten sich Beschäftigte, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sowie zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer, um deutlich zu machen: Wer jeden Tag arbeitet, Verantwortung übernimmt und dieses Land am Laufen hält, verdient Respekt, Sicherheit und soziale Gerechtigkeit.

Die Stimmung war kämpferisch, aber auch von großer Solidarität geprägt. Viele Teilnehmende zeigten sich besorgt über politische Debatten, die längere Arbeitszeiten, Einschnitte bei der Rente, Kürzungen im Sozialstaat und den Abbau von Arbeitnehmerrechten zum Inhalt haben. Ihre Botschaft war eindeutig: Die Folgen solcher Entscheidungen würden vor allem die Menschen treffen, die bereits heute unter steigenden Lebenshaltungskosten und wachsender Unsicherheit leiden.

In den Redebeiträgen wurde deutlich, worum es den Menschen auf dem Bahnhofsplatz in Wetter wirklich geht: um Respekt vor der Lebensleistung von Beschäftigten, um eine sichere Rente, gute Arbeitsbedingungen und ein solidarisches Miteinander. Besonders die mögliche Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren stieß auf großes Unverständnis.

Jens Mütze, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Hagen, brachte es auf den Punkt: „Wer 45 Jahre lang verlässlich gearbeitet und in das System eingezahlt hat, hat sich Respekt und Anerkennung verdient – keine Kürzungen oder weiteren Belastungen.“ Gleichzeitig warnte er davor, bewährte Modelle wie die Altersteilzeit infrage zu stellen.

Die Ruhrpott-Rebellion hat gezeigt: Die Menschen sind bereit, ihre Stimme zu erheben, wenn soziale Sicherheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt auf dem Spiel stehen. Die Teilnehmenden forderten eine Politik, die den Sozialstaat stärkt, Arbeitnehmerrechte schützt und dafür sorgt, dass Wohlstand gerechter verteilt wird. Denn eines wurde in Wetter unüberhörbar deutlich: Eine starke Gesellschaft braucht einen starken Sozialstaat.

Solidarität ist keine Erinnerung an vergangene Zeiten – sie ist heute wichtiger denn je.

Von: rg

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